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Nach dem Studium in Krefeld...

Galerie Schwenk

Sonnabend 30. April 2005

Nach dem Studium in Krefeld folgte für Maika Korfmacher ein für ihre weitere künstlerische Arbeit entscheidender Aufenthalt bei Camille Virot in der französischen Provence. Hier wird sie mit dem aus Fernost kommenden RAKU vertraut. Diese Form der Keramik hat ihren Reiz im Unvollkommenen und Zufälligen und steht vor dem Hintergrund des japanischen Zen-Buddhismus. Zurück in Deutschland (1981) entwickelt sich in ihrer Arbeit eine Polarisation, ein deutliches Hervortreten von Gegensätzen: Innen und Außen, Verborgenes und Zugängliches, Raum gegen Masse und Volumen, glatte, fast weich wirkende Oberflächen gegen raue, aufgerissen und verletzt erscheinende Außenseiten. Dies findet sich sowohl bei den Gefäßen als auch den Plastiken, die keramischen Mittel werden nach Bedarf eingesetzt, gebrannt sind die Stücke nicht nur im offenen Raku-Feuer, sondern auch in Gas-, Elektro- oder Ziegelei-Ölöfen. Neben Farbpigmenten gehört Blattgold zu den bevorzugten Fassungen der Plastiken. Ein Material, das als Bildhintergrund der mittelalterlichen Tafel- und Buchmalerei immer den unbestimmbaren, imaginären, mit den Mitteln von Geometrie und Mathematik nicht mehr fassbaren, göttlichen Raum symbolisierte. In den Arbeiten Maika Korfmachers sind die mit Blattgold ausgekleideten Räume in ihrer Ausdehnung unbestimmbar und führen damit in Bereiche des Geheimnisvollen und Unsagbaren, aber auch des Konzentrierten und Verdichteten. In äußerster Konsequenz findet sich dies in der neuen Werkreihe der “Boxes of memories”, wo ausschließlich der Ton als Material erscheint und der Raum sich absolut verschließt. Lebendigkeit wehrt sich mit subtiler Vehemenz gegen die Festigkeit und Erstarrung der regelmäßigen Form des Kubus.

Modifizierter Begleittext zur Ausstellung: Maika Korfmacher, Keramische Arbeiten, 13.02.04 - 17.04.04 in der Galerie Schwenk, Castrop-Rauxel / Germany

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